Irgendwie kamen wir im Herbst 2003 auf die Idee uns eine Teamkarosse zu machen - optisch sollte gleich zu erkennen sein, daß wir vom gleichen Verein sind. So kauften wir uns fünf Honda Karosserien 2. Wahl a 65,00 Euro inkl. Aufklebersatz und überlegten uns ein Design. Es sollte auf jeden Fall mehrfarbig sein und schon etwas schwieriger in der Herstellung, da wir zu fünft waren und jeder sein Know How einbringen konnte. Nachdem die Wahl getroffen war wurde einigen von uns klar, daß wir uns da ganz schön viel Arbeit aufgeladen haben.
Zunächst mußten wir aber noch einige Dinge besorgen:
- Isopropanolalkohol
- Küchenrolle
- Haushaltsschwamm mit rauher Fläche
- Absolut scharfes Bastelmesser
- Lexanfarbe
- Absolut scharfes Teppichmesser
- 3mm breites Linierband aus dem Airbrushladen
- Isolierband (Coroplast)
- Kreppband
- wasserlöslicher Stift
Als erstes haben wir die Karossen von innen mit der rauhen Seite des Haushaltsschwammes gleichmäßig angerauht, damit die Farbe später besser haftet. Die Fenster wurden natürlich nicht so bearbeitet. Dann wurden die Löcher für die Karosseriehalter, Spoiler etc. gebohrt und anschließend von innen zunächst mit einer Seifenlauge gesäubert und nach dem vollständigen trocknen von innen mit dem Isopropanolalkohol nochmals entfettet.
Dann wurden die Fenster abgeklebt. Die Ränder mit dem 3 mm Linierband, dann weiter nach innen mit dem Isolierband und die noch verbliebenen größeren Flächen mit dem Kreppband.
Da die Karosserien nachher alle möglichst gleich aussehen sollten fertigten wir uns nun einige Schablonen an und legten Meßpunkte für die benötigten Linien fest. Nun wurden die Linien für die Abklebungen zunächst von außen mit dem wasserlöslichen Stift auf die Karosserien gemalt. Hier kam uns sehr zu gute, daß alle Karosserien von außen mit einer durchsichtigen Schutzfolie bezogen waren und die aufgemalten Linien von innen sehr gut sichtbar waren.
Da zuerst die dunkelste Farbe lackiert wird mußte nun wieder das Hirn eingeschaltet werden. Die Frage war, welche Stelle als erstes abgeklebt werden muß damit nachher nur noch die Abklebungen abgezogen werden und nicht nochmals frisch abgeklebt werden muß.
Die Abklebungen wurden zunächst mit dem 3 mm Linierband gemacht welches uns gerade bei den Rundungen sehr gute Dienste leistete. Allerdings muß bei das Linierband dort wo es sich überlappt sehr gut andrücken, damit später keine Farbe beim Lackieren unterläuft. Anschließend wurden die Flächen der letzten, also der hellsten Farbe abgeklebt. Vom Linierband weg zunächst mit Isolierband - auch hier mußte die Überlappung Linierband/Isolierband sauber angedrückt werden - und dann der Rest mit Kreppband. Und als nächster Klebeschritt wurden die Flächen abgedeckt, die als zweites lackiert werden mußten.
Nun mußten wir noch die bereit angebrachten Bohrungen von außen zukleben und die Schutzfolie an den Karossenrändern abkleben damit sich kein Sprühnebel auf der Außenseite festsetzen konnte
Nachdem die Karossen nochmals mit Isopropanolalkohol von innen entfettet waren konnte endlich (keiner wollte je wieder etwas mit Klebeband zu tun haben) die erste Farbe - schwarz - von innen gesprüht werden.
Nachdem das Schwarz gut angetrocknet war entfernten wir die Abklebungen vosichtig um die Flächen für die zweite Farbe frei zu legen. Jede Karosse wurde auf Kleberrückstände vom Krepp- und Isolierband untersucht, welche wir wieder mit dem Isopropanol entfernt haben.
Die nächste Lackschicht war bei den meisten Karossen eine Neonfarbe. Hier zeigte sich, daß sich Orange am besten Lackieren ließ. Die Neonfarben dürfen immer nur hauchdünn aufgetragen werden, da es sonst sofort zu den gefürchteten Lacknasen kommt, da die Farbe läuft. Auch muß auf eine sehr gleichmäßige Verteilung geachtet werden, sonst sieht man nachher Schatten an den Stellen wo mehr und wo weniger Farbe lackiert wurde.
Nun wurden alle inneren Abklebungen außer der der Fenster entfernt und es zeigte sich, daß doch hier und da entwas Farbe unter die Klebung gelaufen war. An diesen Stellen kratzten wir nun die untergelaufene Farbe mit einem scharfem Bastelmesser ab.
Noch einmal wurden die verbliebenen zu lackierenden Flächen mit Isopropanol entfettet um die letzte Farbe zu lackieren.
Eine besondere Herausforderung beim Lackieren war die Tönung der Fenster. Auch hier mußte hauchdünn gesprüht werden. Den besten Effekt erreichten wir, in dem wir die Scheiben gleichzeitig von innen besprühten und von außen mit einem Fön erwärmten. Die “Rauchfarbe” verteilt sich so optimal und die Fenster werden nicht so milchig, sondern bleiben schön getönt durchsichtig.
Nun wurde auf den Seitenfenstern und an der Heckscheibe die Markierungen zum ausschneiden angebracht. Auch hierfür nahmen wir den wasserlöslichen Stift und damit die Ecken schön rund wurden als Eckenschablone einen Deckel einer Sprühdose.
Für das Ausschneiden selbst benutzten wir das Teppichmesser mit ganz neuer Klinge.
Zunächst ritzt man von außen entlang der Markierung das Lexan an und fährt dann noch ein zweites Mal mit dem Teppichmesser in diese Ritze. Für diesen Vorgang sollte man sich viel Zeit nehmen und das Messer mit Gefühl führen. Dann schneidet man an einer Stelle komplett durch und drückt von hier aus die Scheibe nach innen ein.
Wenn die Ränder zum Teil etwas scharfkantig sind muß man diese noch etwas entgraten
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Als nächstes wurde der Auklebersatz komplett ausgeschnitten und auf den Karossen angebracht. An den Rundungen bei den Scheinwerfern oder beim seitlichen Hondaaufkleber halfen wir mit einem normalen Haarfön nach die Aufkleber in Form zu bringen. Nun wurde noch der Front- und Heckspoiler montiert und zum Schluß die Beschläge montiert.
